Erfahrungen mit jungen Führungskräften

Hay ihr Lieben!
Ich habe keine konkrete Frage, eher eine lustige Anmerkung, beziehungsweise möchte ich etwas mit euch teilen: Ich bin als Teilzeitkraft im Unruhestand im Marketing bei einem Möbelhändler am Land beschäftigt und meine Chefin ist --> um 30 jünger als ich!!1 Das war zu Beginn echt gewöhnungsbedürftig und irgendwie auch amüsant. Aber heute bin ich sehr dankbar dafür, denn wir können beide viel voneinander lernen :smiley:

Habt ihr Erfahrungen mit jüngeren Führungskräften?

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Im Projektmanagement/ AKH-Wien, war ich im Controlling / Berichtswesen tätig. Bedingt durch die reichlichen Projekte, war es erforderlich, Informationen über die Projekte ein zu fordern. Ich hatte einen recht jungen Projektleiter, von dem ich wusste, dass Vitamin B ihm zu vielen Möglichkeiten verhalf. Er hatte natürlich eine Art, die man als ältere Person mit langjähriger Firmenzugehörigkeit nicht tollerieren konnte. Ich habe mich dann bei meinem Vorgesetzten über diesen Mitarbeiter erkundigt. Mein damaliger Vorgesetzter war für mich ein Vorbild. Mein Vorgesetzter hat mir erklärt, dass dieser Mitarbeiter sehr Klug ist und ich nicht auf das Geschwätz der anderen hören soll. Mit anderen Augen betrachtend habe ich mit diesem Mitarbeiter eine Freundschaft begonnen. Es hat nicht lange gedauert und dieser Kollege war der Vorgesetzte meiner Abteilung. Es war gut, ein freundschaftliches Verhältnis zu haben. Was habe ich gelernt: Sieh dir einen Menschen genau an und urteile nicht nach Eindrücken! Versuche die Probleme des anderen zu verstehen - Oft spricht Unsicherheit aus seinen Worten/Taten. Sieh dir an, wie einer arbeitet und hilf ihm, wenn es möglich ist. Was bringt das: Die anderen sehen was du tust - Wenn sie es gut finden, dann werden sie es vielleicht auch tun = Teambildung = Teamwork! Bei uns war das Abteilungswesen nicht mehr wichtig, wir waren ein Team. Das Resultat unserer Arbeit gesamt gesehen war wichtig.

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Liebe Dagmar,

danke für deine interessante Frage! Ich habe das über viele Jahre hinweg mit erlebt, wie Jung & Alt in vielerlei Hinsicht ein großer Erfolg war. Aber in manchen Situationen eben auch sehr viel Unverständnis für die andere Generation vorhanden war.

Wie Markus vor mir bereits gesagt hat: wenn genug soziale Intelligenz und Respekt auf beiden Seiten da ist, können wirklich schöne Freundschaften entstehen und man lernt von - und miteinander. Je nach Unternehmen ist die nötige Offenheit in der DNA, der Kultur, vorhanden, oder eben nicht. (Zum Beispiel in vielen Familienunternehmen ist eine langfristige Zusammenarbeiten aller Generationen ganz normal. Bei einige börsenotierten Konzernen würde ich eher nicht davon ausgehen :wink: )

Sensibilierungsworkshops & aktives Generationen- und Diversity-Management leisten jedenfalls ein wichtigen Beitrag für das Verständnis.

Gern können wir mal bei einem virtuellen Kaffee dazu plaudern!

Viele Grüße, Sandra.

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Warum haben zu jener Zeit wo ich noch ein junger Rüpel war und als Elektriker während des Studiums gearbeitet habe, Firmen gerne junge Mitarbeiter bevorzugt/aufgenommen? Vergessen wir Gehalt und Körper!

Antwort: Wir jungen Mitarbeiter haben jegliche Sicherheitsvorkehrungen (Liconafabrik Stockerau: Schaltschrank - Hochspannung - keine Abschaltung durch Produktion möglich, Donauzentrum: Montage Steckdosen Decke / Schutzbügel Höhe untere Waden in ca. 20 Meter Höhe, etc) zu Gunsten der Arbeit weggelassen. Die älteren erfahrenen Mitarbeiter/Handwerker haben immer abgelehnt gewisse gefährliche Arbeiten zu tätigen.

Ich bin seit einigen mehreren Jahren in einem Alter, wo mir mein Leben wichtiger als der Job ist. Erfahrung, der Sinn für Auswirkungen und Verantwortung bestimmen meine Entscheidungen.

Erfahrung: Auch in einem Büro gibt es Menschen, die durch Schicksalsschläge in den Tod getrieben werden. Wenn man die Person kennt, die Schicksalsschläge kennt und zu viel zu tun hat, bzw. erst danach registriert, einem klar wird, dass man dies vermeiden hätte können, dann verspricht man sich, dass dies nie wieder geschieht. Es ist gut, dass diese Versprechen nichts kosten! Ein paar Jahre später steht ein Patient am Fenster und die Feuerwehr ist laut eines Kollegen, einem Idiot den man schon früher fast verprügelt hätte, zu laut bei der Rettung dieses Patienten. Ich wollte mit dem Patienten reden (Erfahrung in dieser Hinsicht), habe es wegen des Kollegen gelassen. 14 Tage später hat sich dieser Patient aus dem gleichen Fenster gestürzt. Ab diesem Zeitpunkt waren mir alle Konsequenzen egal. Bei einem privaten Zusammentreffen habe ich einem krebskranken Kollegen seine Krankheit erklärt. Warum vor den Leuten: aggressives Chemotherapie bedingtes Verhalten + Angst mancher Bürodamen. Ich wollte nicht, dass er sich aus powered (unser Geschäftsführer war/ist ein I…t, der ihn ständig antrieb indem er seine Arbeit lobte+ Schulterklopfen!) Es geschah, was ich diesem Mitarbeiter vorhersagte: Gehirnschlag + 2-3 Tage ohne Hilfe am Boden liegend, Palliativ Station, Friedhof 14 Tage später. Ich wurde nicht mehr eingeladen zu diesen Treffen, jedoch haben die klügeren Kollegen verstanden wieso ich so gehandelt habe – Irgendwann kommt die Einsicht: Es ist egal was andere Denken von einem halten - Der Mensch zählt. Ich könnte hier noch über einem jungen Kollegen schreiben, der ein Projekt als Projektleiter hatte an dem sich wahrscheinlich heute noch, nach dessen psychischen Zusammenbruch (dieses jungen Projektleiters), zwei Diplomingenieure (Projektleiter) die Zähne ausbeißen.

Junge Leute sind einfacher ausnutzbar! Es gibt leider kein Befähigungszertifikat, dass Vorgesetzte in Gruppen einteilt: Fähig, Unfähig, unzulässig für Menschlichen, unzulässig für Mensch und Tier

Die Beispiele für fahrlässiges Verhalten gegenüber Schutzbefohlenen könnte ich in mehreren Fällen beweisen. Alle Arbeitsverträge begünstigen Straftaten (Interna) und anständige Menschen müssen über Straftaten mit Auswirkungen auf Leib und Seele schweigen (jederzeit theoretisch beweisbar).

Junge Menschen werden eher schweigen und ältere gehorchen dem Ehepartner.

Hallo Markus,

als ‚junger Mensch‘ melde ich mir hier mal zu Wort und kann dir versichern, dass es nicht am Alter liegt, ob Menschen schweigen, gehorchen oder ausnutzbar sind.

Ich verweise hier mal auf unsere Spielregeln im WisR Forum, sodass die Diskussionen und Fragen auch wichtig wertvoll für alle sind. ==> Spielregeln

Danke und liebe Grüße, Klaudia

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Also, dass junge Leute sich leichter ausnutzen lassen, hätte ich jetzt nicht gesehen. Was ich schon sehen kann, ist, dass man sich noch mehr „vornimmt“ für die eigene Karriere. Das nimmt im Alter eventuell ab, weil man keine Leiter mehr hochklettern muss. Gleichzeitig fühle ich mich schon noch sehr motiviert und möchte mir auch irgendwie selbst beweisen, dass ichs noch kann :smile:

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Meine Erfahrung ist, dass Jugend oder Alter kein Makel sind. Entweder eine Führungskraft strengt sich an oder sie lässt sich gehen, dabei spielt das Alter im Gegensatz zu Kompetenz keine Rolle. Wer möchte, findet meine Auseinandersetzung mit Führung hier --> https://www.youtube.com/watch?v=ueTwfikwucc